Rückblick Zwischennutzung «umbauBar»

Lebendiger Sommer im Schlossgut

Mal strahlten die Gesichter im Morgenlicht, mal liess die Sonne den Sirup glitzern und mal funkelten die Rollschuhe durch den Nachthimmel. Der Sommer 2022 war ein lebendiger auf dem Schlossgutplatz und glänzte in vielen Formen.

Von April bis September realisierten viele Münsinger Institutionen mit der UmbauBar ein temporäres gastronomisches Angebot auf der Terrasse des Restaurants Schlossgut. Die UmbauBar mit den Holzpavillions als Zwischennutzung schloss eine Lücke, weil das Restaurant und der Schlossgutsaal umgebaut wurden. Zudem umrahmte und begleitete die UmbauBar den Zirkus Chnopf, die Filmnächte, den Auftritt des Jodlerklubs Alpenrösli, den Lindy-Hop-Tanzabend, das Bierfestival und viele unterschiedliche kulturelle Anlässe. Insofern war dieses Projekt in mehrfacher Hinsicht eine sehr gelungene «Zwischen»-Nutzung.

Mal gemütlich, mal grande fiesta

An manchen Tagen blieb der UmbauBar-Betrieb überschaubar und gemütlich. An einem Tisch auf der Laube über dem Rosenbeet las ein Gast die Tageszeitung und nippte genüsslich seinen Cappuccino. Derweil standen zwei Gäste mit einer Stange und einem Schäli Salznüssen bei der Bar in ein angeregtes Gespräch vertieft. Daneben frönte sich pflichtbewusst eine Walkinggruppe ihren abschliessenden Dehnungsübungen und gönnte sich im Anschluss ein obligates Kaffee. Ein fröhliches Kreischen der Kinder auf dem Spielplatz, das dumpfe ferne Hämmern der Umbauarbeiten im Hintergrund und rollende Bowlingkugeln prägten die Geräuschkulisse.

An anderen Tagen herrschte reger Betrieb an der Bar. Mitten in den Schulferien bildete sich an einem lauen Sommerabend eine lange Schlange von Menschen, die sich durstig und hungrig zur Bartheke vorarbeiteten. So auch am Showabend der lokalen Tanzgruppe von Jugendlichen. Laute Musik, das Glitzern der sich drehenden Discokugel und aufsteigender Kunstnebel lockte hunderte Interessierte ins Dorfzentrum. Bis spät in die Nacht hinein hörte man Stimmen um die Bar. Bunten Lichter brannten und Fähnchen wehten im Wind.

Fest in engagierten Jugendhänden

Sprayen, Töggelen, Rollschuhkurse, Fussballspielen, Chillen, Quatschen: In den Sommerferien stand eine grosse Bühne, gesäumt von Palmen, einem Kinderplanschbecken aus Strohballen, einem farbigen Bauwagen und erwähnter Discokugel auf dem Schlossgutplatz. Die Kinder- und Jugendplattform nahm das Dorfplätzekonzept aus Mittelamerika auf, wo sich Menschen zu Plaudern, Feiern oder Ausruhen treffen. Während dieser Zeit stand die UmbauBar fest engagierter Jugendhand. Am letzten Abend wurde der Bretterboden Schauplatz einer mitreissenden Rollschuhdisco. Im Takt schnellwechselnder Beats formierten sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur schlangenartigen Polonaise und drehten jauchzend ihre Runden. Die glühenden Bremsstopper der vierrädrigen Schuhe sowie die funkelnden Augen der Teilnehmenden leuchteten bis spät in den Münsinger Sternenhimmel.

Am 24. September wurde die UmbauBar Geschichte. In Erinnerung bleibt der unermüdliche Einsatz von Marcel Lehmann, der im Namen des Vereins Sommernächte die UmbauBar koordinierte und an vielen Tagen selbst hinter dem Tresen stand. Dank dem grossen Einsatz von ihm und vielen weiteren Beteiligten wurde der Schlossgutplatz belebt statt stillgelegt – zum Wohle von Vielen! Wie beim Aufbau bauten fleissige HelferInnen die UmbauBar nach einem würdigen Abschlussfest wieder ab. In ihren Einzelteilen lebt sie aber weiter: als Pavillon auf dem zwischengenutzten Münsinger Dorfplatz beim neuen Kreisel, als Laube über einer Hühnerfarm eines Interlakener Bauernhofs oder als Bowling-Attraktion in Stettlen. Zurück kommt die UmbauBar nicht mehr – aber unvergessen wird sie vielen für immer in Erinnerung bleiben.

ErmöglicherInnen der UmbauBar & Kinder- und Jugendplattform

Herzlichen Dank der Gemeinde Münsingen, der Bank SLM, der EvK Genossenschaft, dem BärnerJugendTag, der Katholischen Kirche Region Bern und den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn für die finanzielle Unterstützung. Für ihre materielle oder sonstige Unterstützung danken wir herzlich Woopdesign, Öko Maurer Gärtnerei, kontextlabor.ch, Stängelichünig, Leuchtbuchstaben Bern, Stiftung Bächtelen Berger Backwaren, Tante Emma – unverpackt einkaufen, Stiftung für Betagte, Oliver Wittwer Transporte, Ref. Kirchgemeinde Münsingen, Verein Schlossstrasse 5.

Jugendarbeit echo mit Kulturpreis ausgezeichnet

Die ökumenische Jugendarbeit echo in Münsingen erhält den Kulturpreis 2022 der Einwohnergemeinde Münsingen. Diese würdigt damit das Engagement der kirchlichen Jugendarbeit, besonders auch während der Einschränkungen der Coronazeit.

Im letzten Frühling bauten neun Jugendliche gemeinsam mit Jugendarbeiter Pierino Niklaus einen alten Bauwagen zu einem mobilen Jugendraum um. Der mobile Jugendraum wurde nach seiner Fertigstellung von den Jugendlichen frei nach ihren Bedürfnissen eingerichtet. Er soll zukünftig jungen Menschen für die Umsetzung ihrer Ideen und zur selbständigen Nutzung offenstehen.

Neue Begegnungsorte geschaffen – trotz Corona

Der Bauwagen sollte aber auch für andere Projekte genutzt werden. So kam er in den vergangenen Sommerferien beim temporären Pumptrack vor dem Schloss Münsingen zum Einsatz, wo Jugendliche während sechs Wochen ein Bistro führten. Der Ort rund um das Bistro mauserte sich bei guter Witterung zu einem beliebten Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und Familien aus Münsingen und Umgebung. Es sind Projekte wie diese, welche die Gemeinde Münsingen überzeugte und weshalb sich die Kommission Kultur, Freizeit und Sport letzten Herbst entschied, der ökumenischen Jugendarbeit echo den Kulturpreis zu verleihen.

Neben dem grossen Sommerprojekt «Mobiler Pumptrack Münsingen» im vergangenen Jahr, welches in Kooperation mit der Kinder- und Jugendfachstelle Aaretal entstanden ist, hat sich die ökumenische Jugendarbeit echo seit dem Ausbruch der Pandemie stark dafür eingesetzt, dass es für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren trotz Einschränkungen Treffpunkte gab. So baute sie gemeinsam mit Jugendlichen kurz nach dem Lockdown im Frühling 2020 einen Pizzaofen aus Lehm. Dieser wurde von da an rege genutzt. An den sogenannten «Pizza-Mondfahrt»-Events durften die Jugendlichen im ehemaligen Pfarrhausgarten neben der reformierten Kirche – coronakonform – ihre eigene Pizza backen und mit ihren Kolleginnen und Kollegen die lauen Sommerabende geniessen. Diese Anlässe erfreuten sich bei den Jugendlichen aufgrund der ansonsten vielerorts abgesagten Anlässe von Beginn weg grosser Beliebtheit.

Während den letzten beiden Jahren konnte echo dank seinen Projekten und Events für und mit Jugendlichen viel Positives bewirken. Diese gelungenen Projekte und die stets positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung, wie beispielsweise von Spendenden beim Crowdfunding des Bauwagens oder von Besuchenden des Pumptrack-Bistros, haben uns sehr gefreut. Riesig überrascht und mit enormer Freude haben wir dann von der Auszeichnung des Kulturpreises erfahren.

Seit über 20 Jahren mit Jugendlichen unterwegs

Echo ist die Jugendarbeit der reformierten und katholischen Kirche Münsingen. Wie in der «Echo-Chronologie» ersichtlich, setzen sich die beiden Kirchgemeinden seit über 20 Jahren für eine offene kirchliche Jugendarbeit ein. Eine Jugendarbeit, welche im Sozialraum der beiden Kirchgemeinden über die Jahre neue Begegnungsorte für Jugendliche schuf, in denen sie die Jugendlichen auf dem Weg zu selbstständigen, verantwortungsbewussten und kritischen jungen Erwachsenen begleitete.

Nach ersten ökumenischen Projekten in den Jahren 1997 bis 2002, wurde 2002 durch die reformierte und katholische Kirche Münsingen eine 30%-Stelle für kirchliche Jugendarbeit geschaffen. David Leutwyler wurde als erster ökumenischer Jugendarbeiter eingestellt. Er blickt heute mit äusserst positiven Gefühlen auf die ersten Gehversuche des dazumal noch jungen Jugendarbeit-Angebotes zurück: «Ich erinnere mich noch gut, wie wir bei kalten Temperaturen an der Aare über dem Feuer Schlangenbrot backten. Jugendliche kamen in dieser gemütlichen Runde auf die Idee, der ökumenischen Jugendarbeit Münsingen den Namen «ECHO» zu geben». Ganz im Sinne des gegenseitigen Austauschs. So wurde an diesem Event an der Aare im Jahr 2006 die ökumenische Jugendarbeit auf den Namen «ECHO» getauft. Neben dem Namen stammt auch das Steintürmchen, welches bis heute als Logo dient, aus dieser Zeit.

Seither haben mehrere Jugendarbeitende, Kommissionsmitglieder wie auch Jugendliche die Jugendarbeit echo geprägt und weiterentwickelt. So haben sich beispielsweise der «Heiwäg» wie auch die «WG-Woche» nach kurzer Zeit zu wichtigen und erfolgreichen Angeboten etabliert. Noch heute ist die WG-Woche ein fixer Bestandteil des echo-Programms, in dem Jugendliche während einer Schulwoche gemeinsam mit zwei Jugendarbeitenden in einer temporären Wohngemeinschaft wohnen. Jugendliche können so zum ersten Mal etwas «WG-Luft» schnuppern und beim selbständigen Organisieren des Einkaufs, des Abendessens, des Abwaschs und der Abendprogrammgestaltung in hohem Masse Eigeninitiative, Mitbestimmung und Mitwirkung erleben.

Nach den coronabedingten Absagen der WG-Woche in den letzten zwei Jahren sehnt sich das echo auf eine baldige Wiederaufnahme des beliebten Angebotes. Echo bietet Raum für vielfältige, bedürfnisorientierte und partizipative Projekte. Als Beispiele seien u. a. genannt: die blinde Palme (Restaurant im Dunkeln), das Bistro beim Pumptrack, der Pizza-Ofen, der Bauwagen, die Jugendgottesdienste, die Bowlingbahn.

Mit Freude erwartet die ökumenische Jugendarbeit echo auf jeden Fall die kommende Übergabe des Kulturpreises am 11. Februar 2022, sowie das geplante Sommerprojekt auf dem Schlossgutplatz Münsingen.

Echo-Chronologie

Die Jugendarbeitenden

1997-2002        Diverse Projektleitende: Christoph Berchthold, Herbert Bolliger, Franziska Stadelmann, Susanne Baumgartner

2002                David Leutwyler (30%, ab 2005 35%)

2007                Andrea Meier (35%, ab 2009 50%)

2011                Ursina Meier (ab 2012 mit Sam Buchli, ab 2014 mit Gabriel Kloter)

2015                Stephanie Oldani

2017                Pierino Niklaus

Die Organisation

1995                Spurgruppe ökumenische Jugendarbeit

1997                1. Vertrag Jugendarbeit ref. und kath. Kirchgemeinde

1997                Arbeitsgruppe ökumenische Jugendarbeit

1999                Kommission ökumenische Jugendarbeit

2002                Schaffung 30%-Stelle

2006                Echo als Name entsteht, Logo und Website

2006                2. Vertrag Jugendarbeit ref. und kath. Kirchgemeinde

2009                Aufstockung auf 50%-Stelle

2016                3. Vertrag Jugendarbeit ref. und kath. Kirchgemeinde

2017                Ökumenische Fachgruppe Jugend

Mobiler Jugendraum «echo»

Der Wunsch nach einem Raum

Nach dem Bau eines Pizzaofens aus Lehm führte die ökumenische Jugendarbeit «echo» letzten Sommer bei Vollmond den Event «Pizza-Mondfahrt» durch. Dabei durften Jugendliche ab der 8. Klasse im ehemaligen Pfarrhausgarten neben der reformierten Kirche ihre eigene Pizza backen und mit ihren Kolleginnen und Kollegen die lauen Sommerabende geniessen. Die «Pizza-Mondfahrt»-Events erfreuten sich bei den Jugendlichen von Beginn weg grosser Beliebtheit und haben sich nach wenigen Durchführungen zu einem wichtigen Angebot von «echo» etabliert. Mitte September konnte bei spätsommerlichem Wetter mit strahlendem Sonnenschein ein letztes Mal vor dem nahenden Winter Gemeinschaft beim Pizzaessen genossen werden.

Nach dem Abschluss des Projekts «Pizza-Mondfahrt» sowie diversen Absagen infolge des Coronavirus war Raum da für neue Projekte der ökumenischen Jugendarbeit. Pierino Niklaus, Jugendarbeiter der ökumenischen Jugendarbeit «echo», führte daher anfangs Oktober des letzten Jahres diverse Gespräche mit Jugendlichen des Pizza-Mondfahrt-Teams. Dabei wurde der ausdrückliche Wunsch nach einem Jugendraum geäussert. Nach ersten Vorabklärungen gestaltete sich die Realisierung eines Jugendraumes aufgrund fehlender, freistehender Räume schwierig.

Die Jugendlichen liessen sich dadurch nicht entmutigen und suchten weiter nach Alternativen, um ihren Wunsch doch noch zu erfüllen. Aufgrund des Raummangels konkretisierte sich nach und nach die Idee, einen alten Bauwagen anzuschaffen und eigenhändig zu einem mobilen Jugendraum umzubauen. Die «Bauwagen-Idee» erwies sich in zweierlei Hinsicht als Glücksfall: Einerseits kommt die Projektidee dem Wunsch der Jugendlichen nach und andererseits entspricht sie der bewährten Arbeitsweise (hohe Flexibilität und Mobilität des Angebotes) der ökumenischen Jugendarbeit «echo».

Der Umbau beginnt

Bald darauf lancierte die ökumenische Jugendarbeit «echo» mit dem Slogan «#STABIL» das neue Projekt. Acht Jugendliche aus Münsingen und Umgebung bauen zurzeit mit der Unterstützung von Markus Schrag, einem erfahrenen Wagenbauer aus Burgdorf und Jugendarbeiter Pierino Niklaus neben dem ehemaligen Pfarrhaus einen alten Bauwagen zum «mobilen Jugendraum echo» um.

Bevor das Projekt richtig starten konnte, begaben wir uns auf den umworbenen Bauwagen-Markt, um dort ein unseren Bedürfnissen entsprechendes Gefährt zu finden. Dazu sahen wir uns bei lokalen Baufirmen um und stöberten durch die Kleinanzeigen der gängigen Online-Marktplätze. So wurden wir innerhalb kurzer Zeit bei einem Bauwagen-Händler im Kanton Zürich fündig. Der leuchtend gelbe Bauwagen wurde nach dem Erwerb nach Münsingen an seinen jetzigen Stellplatz befördert.

Achtung, fertig, los: Mit grosser Motivation baute das Projektteam in einem ersten Schritt den kompletten Innenbereich des Wagens zurück. Nach dieser kräftezehrenden Arbeit wurde der Wagen für kalte Tage neu isoliert. Später bauten die Jugendlichen neue Wände, Decke und Boden ein. Nach Abschluss der letzten Malerarbeiten befinden wir uns nun in den letzten Zügen des Innenausbaus und freuen uns, die gute «Stube» nach unseren Wünschen einzurichten.

Spendenaktion für die Inneneinrichtung

Die Grundfinanzierung des Bauwagen-Projektes wurde von der reformierten und katholischen Kirche in Münsingen getragen. Diese beinhaltet unter anderem den Erwerb des Bauwagens und das Umbaumaterial sowie die fachliche Beratung durch Markus Schrag.

In den Gesprächen über die Ausgestaltung der guten «Stube» brachten die Jugendlichen verschiedene Wünsche und Ideen mit ein. Diese Ideen gingen von Sofas über eine Stereoanlage bis hin zu LED-Lichterketten. Mit Blick auf das Budget wurde dem jungen Projektteam rasch bewusst, dass für die Umsetzung dieser Ideen zusätzliche finanzielle Mittel nötig waren. Während man bei den Bauarbeiten wegen Corona eine Pause einlegen musste, entstand somit die Idee mittels eines Spendenaufrufs das nötige Kleingeld für die Inneneinrichtung zu sammeln. In Eigenregie drehten die Jugendlichen in der Folge eine Videobotschaft über ihr Schaffen im Bauwagen und ihre Einrichtungswünsche. Kurz darauf verteilten sie über 5000 Flyer an die Haushalte in Münsingen mit Hinweis auf ihre Videobotschaft (siehe QR-Code unten), Informationen zum Bauwagenprojekt sowie den winkenden Belohnungen.

Die Aktion stiess auf eine unglaublich positive Resonanz. In wenigen Tagen wurden Beiträge von über 80 Spendenden zugesprochen. Dabei erfreuten sich insbesondere der frisch gebackene Butterzopf sowie die Hauslieferung von Pizzas aus dem selbstgebauten Holzofen grosser Beliebtheit. Überwältigt vom Erfolg dieser Aktion geht es nun in den kommenden Wochen an die Erledigung der Gegenleistungen.

Gerne möchte sich das Projektteam am Samstag, den 19. Juni 2021, in Form eines Einweihungsfests für die grosszügige Unterstützung bedanken. Pizzas aus dem Holzofen, selbstgemachte Erfrischungsgetränke und eine Show von «Magic Henä» wird der Öffentlichkeit offeriert. Selbstverständlich werden an diesem Tag auch allen Interessierten die Türen des «mobile Jugendraum echo» offen stehen.

Zukünftig vielseitig einsetzbar

Wie bereits im ersten Kapitel erwähnt, soll der «mobile Jugendraum echo» nach seiner Fertigstellung als mobiles und flexibles Angebot nutzbar sein. Dies bedeutet, dass der Wagen einerseits Jugendlichen für wiederkehrende Events zur Verfügung stehen soll. Anderseits sollen weitere Nutzungsformen des «mobilen Jugendraumes echo» möglich sein. Dabei wird beispielsweise an die Nutzung des umgebauten Bauwagens als Bistro bei einem Sommerprojekt im Rahmen der Sommernächte oder des Pumptrack-Projektes gedacht. Weiter könnte der Wagen für Generationenprojekte, als Infostand an Öffentlichkeitsanlässen oder zur Vermietung für private Anlässe (Geburtstagsfeste) genutzt werden.

Mit dem Projekt «mobiler Jugendraum echo» führt die ökumenische Jugendarbeit «echo» ihre bewährte Arbeit mit projektartigen, bedürfnisorientierten und partizipativen Angeboten für und mit Jugendlichen fort. Seit jeher steht dem «echo» kein fixer Jugendraum oder Jugendtreff zur Verfügung. So eignet sich die ökumenische Jugendarbeit zur Umsetzung neuer Projekte und Angebote jeweils neue Orte an. Sei dies im öffentlichen Raum, wie beispielsweise mit dem Projekt «Pumptrack Münsingen» auf der Blumenhauswiese oder innerhalb ihren kirchlichen Räume mit dem Projekt «Pizza Mondfahrt». So schafft «echo» je nach Projekt neue Freiräume, die von den Jugendlichen gestaltet und verändert werden können. Somit kommt die ökumenische Jugendarbeit echo in ihrer Praxis seinem Leitbild nahe, welches unter dem Punkt «Raum schaffen» fordert, dass die Kirche für Jugendliche nicht zuletzt als überraschender «Andersort» erfahren wird.

Die ökumenische Jugendarbeit «echo» ist ein Gemeinschaftsprojekt der evang.-ref. und der röm.-kath. Kirchgemeinden Münsingen. Sie richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 18 Jahren. Geleitet wird sie von Jugendarbeiter Pierino Niklaus.

Autor: Pierino Niklaus

Datum: April 2021

(Frei-)Räume schaffen

Seit über zehn Jahren organisiert die ökumenische Jugendarbeit «echo» halbjährlich für Jugendliche aus Münsingen und Umgebung die WG-Woche. Während jeweils einer Schulwoche wohnen Jugendliche gemeinsam mit zwei Jugendarbeitenden in einer temporären Wohngemeinschaft im Pfadiheim Chutzerüti. Jugendliche können so zum ersten Mal etwas «WG-Luft» schnuppern und beim selbständigen Organisieren des Einkaufs, des Abendessens, des Abwaschs und der Abendprogrammgestaltung in hohem Masse Eigeninitiative, Mitbestimmung und Mitwirkung erleben. Die WG-Woche erfreut sich seit jeher grosser Beliebtheit bei den Jugendlichen und hat sich längst als eines der Hauptangebote des «echo» etabliert.

WG-Woche im Pfarrhaus

Die letzte WG-Woche im vergangenen November war anders. Denn sie fand ausnahmsweise im zur Zeit leerstehenden herrschaftliche Haus am Pfarrstutz statt. Die Zwischennutzung des Pfarrhauses war in vielen Belangen etwas Aussergewöhnliches: So mussten die leeren Küchenregale provisorisch mit Pfannen, Teller und Besteck ausgestattet werden. Anderseits wurden die unmöblierten Wohn- und Schlafräume mit Lichterketten, gemütlichen Sofas, Teppichen und Luftmatratzen wohnlich gestaltet. Trotz erheblichem Mehraufwand war die Durchführung der WG-Woche an diesem Ort ein einmaliges Erlebnis: Der Charme des Hauses mit seinen rund zehn bewohnbaren Zimmern, bot allen 15 WG-Bewohnenden genügend Platz und Möglichkeiten sich zu entfalten.

Die Idee: Pizzaofen im Garten

Während dieser WG-Woche liessen sich die Jugendlichen zusammen mit den Jugendarbeitenden vom schönen Haus und seinem grosszügigen Garten inspirieren. Gemeinsam wurde in einer gemütlichen WG-Runde über das grosse Potenzial des ungenutzten Gartens sinniert. So konkretisierte sich seither die Idee, im Garten am Pfarrstutz 1 eigenhändig einen Pizzaofen zu bauen und diesen später für gemütliche Abende unter Jugendlichen zu nutzen. Gerade zu dieser Zeit liefen in der Kirchgemeinde der Entscheidungsprozess bezüglich der Umnutzung des Pfarrhauses. Die ökumenische Jugendarbeit «echo» nutzte die Gunst der Stunde und legte dem Kirchgemeinderat das Projekt «Pizza Mondfahrt» vor.

Bei Vollmond: Pizza!

Bald darauf lancierte die ökumenische Jugendarbeit «echo» mit «Pizza Mondfahrt» das neue Jugendprojekt. Fünf Jugendliche aus Münsingen bauen zurzeit mit der Unterstützung des Freizythuus und Jugendarbeiter Pierino Niklaus im Garten des ehemaligen Pfarrhauses einen Pizzaofen. Nach den Frühlingsferien soll der Ofen mit einem kleinen Fest eingeweiht werden und später den Jugendlichen zum Pizzabacken zur Verfügung stehen. Bevor es aber soweit ist, braucht es noch einige Arbeitsschritte: Auf die bereits bestehende Backfläche mit Schamottesteinen wird in den kommenden Tagen ein Negativ des Ofeninnenraums aus Holz gebaut. Abschliessend wird dieses Negativ mit Lehm und Stroh von aussen zugepflastert und dann kurz vor der Einweihung ausgebrannt. Die zukünftigen Pizza-Mondfahrt-Events werden jeweils bei Vollmond stattfinden. Da der Vollmond nicht immer auf den gleichen Wochentag fällt, können so auch Jugendliche teilnehmen, die an fixen Abenden Verpflichtungen haben.

Partizipative Jugendarbeit

Mit dem Projekt «Pizza-Mondfahrt» führt die ökumenische Jugendarbeit «echo» ihre bewährte Arbeit mit projektartigen, bedürfnisorientierten und partizipativen Angeboten für und mit Jugendlichen fort. Seit jeher steht dem «echo» kein fixer Jugendraum oder Jugendtreff zur Verfügung. So eignet sich die ökumenische Jugendarbeit zur Umsetzung neuer Projekte und Angebote jeweils neue Orte an. Sei dies im öffentlichen Raum, wie beispielsweise mit dem Projekt «Escape Room» im Schlosspark oder innerhalb ihren kirchlichen Räume mit dem Projekt «Blinde Palme», als neun Jugendliche das reformierte Kirchgemeindehaus vorübergehend in ein Restaurant im Dunkeln umfunktionierten. So schafft «echo» je nach Projekt neue Freiräume, die von den Jugendlichen gestaltet und verändert werden können. Somit kommt die ökumenische Jugendarbeit echo in ihrer Praxis seinem Leitbild nahe, welches unter dem Punkt «Raum schaffen» fordert, dass die Kirche für Jugendliche nicht zuletzt als überraschender «Andersort» erfahren wird.

Autor: Pierino Niklaus

Datum: April 2020

mobiler Jugendraum echo

Heii, schön schaust Du vorbei…

Gerne gebe ich Dir auf dieser Seite ein paar Infos zum Projekt «Mobiler Jugendraum echo». Viel Spass beim Lesen! Kurz vorab: Vielleicht hast du dich gefragt, weshalb auf dem Flyer #STABIL steht. #stabil – coole Sache und erstrecht noch aus eigener Muskelkraft was robustes, standhaftes erschaffen!

So entstand die Idee…

Die Idee eines mobilen Jugendraumes in einem Bauwagen entstand gegen Ende des Projektes «Pizza-Mondfahrt» im September 2020. Während einer gemütlichen Runde, wurde von einigen Jugendlichen der Wunsch nach einem eigenen Jugendraum geäussert. Nach ersten Abklärungen durch die Jugendarbeit stellte sich heraus, dass aktuell keine freistehenden Räume für Jugendliche umfunktioniert werden können. Allerdings entstand dann in dieser ausweglosen Situation die ultimative IDEE: Einen alten Bauwagen zu einem Jugendraum umbauen.



Die Projektidee kurz und knapp erklärt

Im Dezember 2020 konnten wir einen alten Bauwagen ersteigern. Er eignet sich mit seiner Länge von 6 Metern tiptop für einen neuen Jugendraum und wartet sehnlichst darauf, dass man ihm neues Leben einhaucht. Seit diesem Winter wird der Bauwagen mit Jugendlichen des Projektteams umgebaut.

Nach Abschluss des Umbaus kann der «Mobile Jugendraum echo» mit passendem Mobiliar (Sofas, Sessel, Teppich, Bar, Gestelle, mobile Elektroheizung, Leinwand und Beamer, etc.) eingerichtet werden… Und von da an wirst Du den neuen Jugendraum gemeinsam mit deinen Kolleginnen und Kollegen nutzen können. Sei es für gemütliche Spielabende, zum Chillen oder während den Pizza-Events im nächsten Sommer.

Gute Gründe um dabei zu sei

In diesem Projekt kannst du deine Ideen verwirklichen: Ob beim Wählen der neuen Fensterscheiben, einander beim Befestigen der neuen Innenwände unter die Arme greifen, mitentscheiden welche Sofas gewählt werden oder das Projektteam mit einem feinen z’Vieri verköstigen? DU entscheidest was umgesetzt wird. Alles ist offen und vieles ist möglich! Aber was sicher ist: In diesem Projekt lernst DU neue Menschen und Perspektiven kennen – ein spannendes und bereicherndes Erlebnis.

Wann und wo?

Wir richten uns nach den Verfügbarkeiten der Jugendlichen -> Mögliche Zeiten für den Umbau des Wagens sind: Jeweils am Mittwochnachmittag von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr / jeweils samstags von 10.00 bis 16.00 Uhr.

Der Bauwagen steht (vorläufig) neben dem alten Pfarrhaus am Pfarrstutz 1 in Münsingen. Dort werden wir die meiste Zeit des Umbaus verbringen. Sobald das Freizythuus im neuen Jahr wieder öffnet, werden wir in der dortigen Holzwerkstatt das Holz für den Bauwagen zuschneiden.

Melde dich an!!!

Hast du nach dem Lesen nun Lust und Zeit beim Projekt teilzunehmen? Dann melde dich bei Pierino Niklaus, Jugendarbeiter echo, per Whatsapp oder Tel: 079 288 44 67.

Ein herzlicher Dank unseren Sponsoren